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Zeitzeugentreffen in Prag am 01.03.2018 – Donnerstag

Als Höhepunkt des WORKCAMPs treffen wir im Stadtteil Josefov von Prag, dem jüdischen Viertel, eine Zeitzeugin. Evelina Merová wurde am 25. Dezember 1930 als Evelina (Eva) Landová in Prag geboren. Sie war acht Jahre alt, als mit dem Einmarsch der Deutschen in Prag am 15. März 1939 ihr Leben aus der Bahn geriet. Im Juli 1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort lebte sie bis zum Dezember 1943 im Zimmer 28, L 410, Theresienstadt. Sie gehört zu dem Kreis der Überlebenden von Zimmer 28, deren Geschichte mit dem Buch und der Ausstellung „Die Mädchen von Zimmer 28“ international bekannt wurde. Mit ruhigen Worten schilderte sie ihr Erleben über die Stationen Auschwitz, Stutthof bis Leningrad und zurück nach Prag. Dabei folgten die Zuhörer und Zuhörerinnen aufmerksam und wandten sich auch mit Fragen an die beeindruckende Gesprächspartnerin. Zum Abschluss sang ihr die Gruppe das Finale aus der Kinderoper Brundibar vor, was Frau Merová sehr freute.

Zuvor führte uns Frau Eva Kuzelova in das jüdische Prag ein. Dabei besuchten wir den alten jüdischen Friedhof sowie fünf Synagogen, welche zum Teil Gedenkstätte sind oder Museum oder in denen noch jüdisches religiöses Leben praktiziert wird.

Abgerundet wurde der Tag durch eine Stadtwanderung von der Prager Burg über die Karlsbrücke und den Wenzelsplatz zum Hauptbahnhof. Damit erhielten alle auch einen Einblick in das moderne Leben der tschechischen Hauptstadt.

Damit endet unser WORKCAMP und am Freitag treten wir die Heimreise an.

Unser Tag in Prag

Die Pragexkursion ist der gefühlte Projekthöhepunkt. Die tschechische Hauptstadt als touristischer Hotspot verkörpert auch politisch-historisch betrachtet einen hervorragenden Lernort. Josefov, das jüdische Viertel der Hauptstadt ist dabei ein Kleinod. Das jüdische Museum mit seinen 5 Synagogen und das jüdische Kulturzentrum waren so auch unser Ziel. Bei der Führung durch das Viertel erhielten wir einen guten Einblick in das urbane jüdische Leben in Prag.
Unser Zusammentreffen mit der Prager Jüdin Dr. Michaela Vidlakova im jüdischen Kulturzentrum gab unserer Studienfahrt einen einzigartigen Moment. Frau Dr. Vidlakova wurde als Kind aus Prag mit ihrer Familie nach Theresienstadt deportiert. Von 1942 bis zur Befreiung 1945 weilte sie im Ghetto und hatte das Glück, dass sie mit ihrer Mutter und dem Vater zu den wenigen Überlebenden gehörte. Sie berichtete von der Zeit im Ghetto und auch von dem Leben danach. Zum Abschluss rezitierte sie ein Gedicht einer Freundin über Menschlichkeit. Als Dank sangen wir ihr das Finale der Oper Brundibar vor. Wir wünschen ihr weiterhin Kraft und Gesundheit und danken für die gemeinsame Zeit von Herzen.
Mit einem Stadtbummel ließen wir den Tag ausklingen. Morgen fahren wir zurück nach Peitz. Unser Dank gilt auch unserer Klassenlehrerin Frau Zech, die uns gut auf die Fahrt vorbereitet hat. Danken möchten wir auch den Eltern Frau Hoppe, Frau Ahrens und Herrn Nagel, die uns begleiteten und viel über das Erlebte mit uns sprachen. Anna und Katharina wünschen wir auch zukünftig viele nette Gruppen, danke für eure Hilfe.

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Josefov – Das jüdische Viertel von Prag

Heute war es soweit, der Höhepunkt der Studienreise stand auf dem Programm. Nachdem wir mit dem Bus zur Prager Burg gefahren sind und einen Blick über die Stadt an der Moldau geworfen haben, ließen wir uns vom Veitsdom beeindrucken, seinen herrlichen Bleiglasfenstern. Anschließend liefen wir über die berühmte Karlsbrücke in den Stadtteil Josefov. Hier befindet sich das Jüdische Museum zu Prag, bestehend aus mehreren Synagogen und Gedenkorten. Wir besuchten die Pinkas-Synagoge, den alten jüdischen Friedhof, die Klausen-Synagoge, die Altneu-Synagoge und die Spanische Synagoge. Es war interessant zu sehen, wie vielfältig jüdisches Leben funktioniert.

Das Zusammentreffen mit Frau Evelina Merovà war dann ein besonderer Moment. Ein Mensch, der die Grauen des Ghettos Theresienstadt und anderer Lager überlebt hat saß uns gegenüber und erzählte aus seinem Leben. Ohne Groll und Ablehnung. Im Juli 1942 kam sie mit 11 Jahren nach Theresienstadt, im Dezember 1943 folgte der Transport nach Auschwitz-Birkenau. Dort kam sie ins „Familienlager“. Im Juli 1944 erfolgte eine weitere Verlegung nach Stutthof, dann Dörbeck und Guttau, wo sie im Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Seit 1995 lebt Frau Merovà wieder in ihrer Geburtsstadt Prag. Die geschilderten Episoden aus der Zeit der Inhaftierung werden wir nicht vergessen.

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Zeitzeugin dankt der Peitzer Schule für jahrelanges Engagement gegen das Vergessen

Mit dem Bus erreichten wir pünktlich um 9.30 Uhr die Prager Burg, den Sitz des tschechischen Präsidenten. Der Besuch des Veitsdoms war der Auftakt unserer Pragvisite. Beim Blick vom Vorplatz der Burg über Prag konnten wir auch die deutsche Botschaft sehen, die im Herbst 1989 internationale Bedeutung erlangte und in deren Garten als Erinnerung ein vergoldeter Trabbi steht. Der anschließende Spaziergang über die Karlsbrücke ins jüdische Viertel stimmte uns auf den Tag in der Großstadt ein. Es folgten die Besuche von vier Synagogen und des alten jüdischen Friedhofs. Damit kann man sich dem jüdischen Leben gedanklich gut nähern.

Das pulsierende Leben am Altstädter Ring und am Wenzelsplatz sowie das Stimmengewirr der internationalen Gäste in Prag beeindruckten uns sehr. Am Nachmittag trafen wir dann Michaela Vidlàkovà. Sie ist 1936 in Prag geboren und wurde mit ihrer gesamten Familie 1942 nach Theresienstadt deportiert. Sie erzählte uns ihre bewegende Geschichte und schilderte dabei drei Episoden, die sie ursächlich hält für das eigene Überleben und das Überleben der Eltern. Alle anderen Familienangehörigen starben in Lagern im Osten. Unsere Fragen beantwortete sie voller Güte und verband damit die Hoffnung, dass auch zukünftig Kinder aus Peitz sich mit dem Holocaust beschäftigen und so gegen das Vergessen auftreten. Wir danken ihr und wünschen ihr alles Gute und eine stabile Gesundheit.

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Besuch des Stadtteils Josefov in Prag und Zeitzeugengespräch

Mit großer Erwartung fuhren wir nach Prag. Der Bus brachte uns zur Prager Burg, dem Sitz des tschechischen Präsidenten. Nach kurzer Besichtigung des Veitsdoms und der Teilnahme an der großen Wachablösung führte uns der Weg durch das „kleine Prag“ über die Karlsbrücke in den Stadtteil Josefov, dem jüdischen Viertel von Prag.

Hier trafen wir mit Frau Dr. Michaela Vidlakova, einer Überlebenden aus Theresienstadt zusammen. Als Sechsjährige kam die Pragerin in das Ghetto. Sie erzählte uns von ihren Erinnerungen an die Zeit, zeigte uns Bilder und ihr Lieblingsspielzeug, welches sie in Theresienstadt stets begleitete. Mit warmen Worten formulierte sie den Wunsch, dass wir diese Zeit der Unmenschlichkeit nicht vergessen dürfen und immer wachsam sein sollen, damit keine Diktatur mehr Menschen so verfolgt und vernichtet.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis besuchten wir im jüdischen Viertel noch mehrere Synagogen und konnten so unser Wissen über die jüdische Religion erweitern. Ein Stadtbummel beendete den Tag im herrlichen Prag. Die vorweihnachtliche Atmosphäre hat uns allen nach diesen erlebnisreichen und interessanten Studientagen gut getan.

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Unvergesslich und schön

Dieses Gruppenbild mit der Zeitzeugin Dr. Michaela Vidlakova im jüdischen Viertel von Prag soll unsere tägliche Berichterstattung von unserer Studienfahrt abschließen. Inzwischen sind wir alle bei bester Gesundheit um 13.00 Uhr in Peitz angekommen und von unseren Eltern begrüßt worden.

Mit dem Besuch der tschechischen Hauptstadt Prag fand gestern unsere Reise ihren Abschluss. Zitat Herr Mucha: „…haben heut` noch einen wunderbaren und eindrucksvollen Tag in Prag erlebt. Ich denke das Zeitzeugengespräch war für alle ein unvergesslicher Höhepunkt der Woche.“  Damit hat er kurz zusammengefasst, was uns bewegt. Wir hoffen, dass noch viele Klassen in den folgenden Jahren dieses Erlebnis haben werden.

 

Terezin, 17.02.2012

Besuch im Stadtteil Josefov von Prag

Am heutigen Donnerstag besuchten wir den Prager Stadtteil Josefov, das jüdische Viertel mit seinen vielen Synagogen und dem alten jüdischen Friedhof. Neben den Gedenkstätten und Museen besichtigten wir auch die Altneusynagoge, die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Hier finden noch heute Gottesdienste der jüdischen Gemeinde statt.

Unvergesslich wird für uns das Zusammentreffen mit Frau Doris Grozdanovicova bleiben. Sie erlebte als Jugendliche vier Geburtstage im Ghetto von Theresienstadt und wird im nächsten April 86 Jahre alt. Ihre Warmherzigkeit uns gegenüber und ihre Schilderungen des damals Erlebten werden wir nicht vergessen.

 

Terezin, 09.02.2012

– Theresienstadt und ich –

Ein fächerübergreifendes Projekt

Im Schulprogramm der Mosaik-Grundschule Peitz ist der Erziehung zur Weltoffenheit, Solidarität und Toleranz ein wesentlicher Platz eingeräumt. Dazu haben die Lehrkräfte und Eltern ein umfangreiches Projektkonzept erarbeitet, welches die Geschichte des jüdischen Volkes, jüdisches Leben bis hin zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden in der Zeit des deutschen Faschismus behandelt.
Unter dem Titel „Theresienstadt und ich“ arbeiten Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrganges in den Fächern Deutsch, Kunsterziehung, Musik, Politische Bildung, Geographie und LER fächerübergreifend an dem Thema, welches seinen Höhepunkt in einer einwöchigen Studienfahrt nach Terezin (Theresienstadt) und Prag findet. Die Arbeit in der Gedenkstätte Theresienstadt und im jüdischen Viertel von Prag an authentischen Orten eröffnet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, historische Fragen und historisches Denken in einer völlig neuen Dimension kennen zulernen. Damit erreicht man bei den Heranwachsenden eine Nachhaltigkeit des erworbenen Wissens, was in der üblichen Unterrichtskulisse nicht erwartet werden kann.
In diesem Schuljahr 2011/12 nehmen im Februar 2012 zum zehnten Mal wieder Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen an der Projektfahrt teil. Betreut wird die Gruppe von Lehrkräften und Eltern, sowie in Terezin und Prag von zwei Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen. Beim Besuch in Prag ist im jüdischen Viertel Zeit zur Begegnung und zum intensiven Gespräch mit einer Zeitzeugin geplant, die als Kind in das Ghetto nach Theresienstadt kam.
Während der Studienfahrt realisieren die Schülerinnen und Schüler 28 Unterrichtseinheiten.
Die Präsentation der Ergebnisse der Projektarbeit erfolgt am 08. Mai 2012 in der Mosaik-Grundschule Peitz. Dazu werden neben den Eltern der Schülerinnen und Schüler auch die Amtsdirektorin Frau Hölzner und der Stiftungsratsvorsitzende der Teichlandstiftung e.V. Herr Geißler eingeladen.
Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Form der Projektarbeit für die Erziehung zur Weltoffenheit und Toleranz auf dem Weg in eine globale Kommunikations- und Wissensgesellschaft eine nachhaltige positive Wirkung bei den Schülerinnen und Schüler unserer Region erzielt.
Alle Teilnehmer erhalten im Anschluss einen Nachweis, der die Teilnahme an der Bildung- und Studienfahrt belegt.
Peitz, den 27.01.2012

Frank Nedoma
Rektor