Entwicklung der Demokratie im antiken Athen

Wir leben in Deutschland in einer Demokratie. Alle vier Jahre wählen Bürgerinnen und Bürger Abgeordnete in den Deutschen Bundestag in Berlin.

Die Idee der Demokratie kommt aus dem antiken Athen. Aber eigentlich wurde dort mehr gelost als gewählt.

Aufgabe:
1a) Notiere die Überschrift „Demokratie damals“ mit rot in deinen Hefter.

1b) Schau dir das Erklärvideo an und notiere in deinem Hefter, was das Wort „Demokratie“ wörtlich übersetzt bedeutet.

Hintergrundwissen

Athen, die heutige Hauptstadt Griechenlands, war am Anfang ihrer Entwicklung zunächst eine Kleinstadt bzw. ein Stadtstaat – griechisch Polis (Plural: Poleis) genannt – neben vielen anderen hundert.

Erklärvideo: https://youtu.be/jV4xKLu7lFA

Aufgabe:
2.) Schau dir das Drohnenflugvideo an, oder nutze Google StreetView und laufe durch die Stadt. Notiere in deinem Hefter kurz, welchen Eindruck du vom heutigen Athen erhalten hast. Schreibe im Satz.

Die Akropolis, das Zentrum des antiken Athens (Foto aus der heutigen Zeit)
(c) Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27948211
Greece in the European Union on the globe (Europe centered).svg
Lage Griechenlands (heute)
(c) TUBS / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Die Menschen lebten zu der Zeit vor allem an der Küste oder auf den griechischen Inseln. Das Meer und das Gebirge bildeten natürliche Grenzen zu den Nachbarn. Deshalb entwickelte sich im antiken Griechenland kein einheitlicher Staat wie in Ägypten.
Im Gegensatz dazu wurden Athen und Sparta mächtige Stadtstaaten mit vielen Einwohnern.

Eine typische Polis (heutige Zeichnung)
(c) VG 2 neu – Durch die Vergangenheit zur Gegenwart; S. 46
Karte – Die griechischen Poleis im Mittelmeerraum

Die einzelnen Poleis lagen teilweise weit von einander entfernt. Dennoch gab es ein Gemeinschaftsgefühl.

Man betrachtete sich selbst als Hellenen. Dies lag zum einen an der gemeinsamen Sprache und Schrift. Zum anderen verehrten sie dieselben Götter. Schließlich gab es gemeinsame Feste wie die sportlichen Wettkämpfe in Olympia. Alle anderen wurden als Barbaren (= Fremde) bezeichnet

Aufgabe:
3.) Beschreibe die typische Lage einer Polis mithilfe von Text, Zeichnung und Karte stichpunktartig.

https://youtu.be/b5ks727N_6c

Herrschaftsformen

Schaubild zu den Herrschaftsformen im damaligen Athen

Lange Zeit wurden die Menschen in der griechischen Stadt Athen von Königen (=Monarchie) regiert. Dies ist eine Form der Alleinherrschaft. Doch mit den Entscheidungen der Könige waren die Menschen oft nicht zufrieden.


Später übernahmen die reichen und vornehmen Familien, die Adeligen (=Aristokratie), die Regierung. Doch auch diese Herrschaftsform führte dazu, dass das Volk unzufrieden war. Viele Kleinbauern konnten die Abgaben, die sie für das Militär erfüllen mussten nicht mehr leisten und mussten sich verschulden. Gleichzeitig steigerten Großgrundbesitzer durch Handel von Weizen, Öl und Wein ihren Reichtum.


Vor etwa 2500 Jahren (um 507 v. Chr.) entstand auf Vorschlag des adligen Politikers Kleisthenes in Athen eine neue Herrschaftsform, die Volksherrschaft (=Demokratie).

Büste von Kleisthenes (heutige Darstellung)
(c) CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=701621

Die freien Bürger – das waren nur die Männer – stimmten nun selbst darüber ab, wer die Regierung übernehmen sollte.
Frauen und zugewanderte Fremde (Metöken) und Sklaven waren von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen.

Aufgabe:
4.) Notiere die drei fett gedruckten Herrschaftsformen in deinen Hefter. Ergänze jede um eine kurze Erklärung.

Die Volksversammlung

ἐκκλησία / Ekklesia
Mit Nike und Krateos auf der Volksversammlung

Aufgabe:
5.) Welche der Behauptungen stimmen? Korrigiere falsche Behauptungen.

a) Jahi ist ein Gast aus Spanien.
b) Jahi steigt auf die Akropolis.
c) Die Volksversammlung findet einmal im Monat statt.

Die Volksversammlung in Athen (heutige Darstellung)

Das Herzstück des politischen Lebens in Athen war die Volksversammlung. Sie fand mehr als 40 Mal im Jahr statt und dauerte oft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Alle Bürge, die sich für das Zusammenleben interessierten und Zeit hatten, versammelten sich auf einem Platz – auf dem Pnyx-Hügel – hörten sich Vorschläge an und stimmten ab.

Die Pnyx mit Rednertribüne – Ort der Volksversammlung (heutiges Foto)
(c) CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=701621
Stadtplan des antiken Athens
(c) Schroedel Verlag: Zeit für Geschichte 5/6 Gymnasium Baden-Württemberg – S. 91

In der Volksversammlung wurden die alltäglichen Probleme der Stadt diskutiert:

  • Muss eine Wasserleitung erneuert werden?
  • Sollen neue Straßen gebaut werden?
  • Zu welchen Zeiten findet der Markt statt?

Es wurden aber auch wichtige Entscheidungen getroffen:

  • Entscheidung über Krieg und Frieden
  • Abstimmung über Gesetzesanträge
  • die Wahl der Beamten

Bei diesen wichtigen Entscheidungen müssen mindestens 6000 Männer anwesend sein.

Die Mehrheit entschied! Entweder per Handzeichen oder jeder Bürger warf einen roten oder schwarzen Stein in eine Urne.

Jeder Redner hatte nur eine bestimmte Redezeit (etwa sechs Minuten). Sie wurde mit einer Wasseruhr kontrolliert.

Wasseruhr (heutige Zeichnung)
(c) Schroedel Verlag: Trio Gesellschaftswissenschaften 5/6 Berlin/Brandenburg – S. 124

Rat der 500

Die Bürger losten 500 Bürger für den Rat der 500 aus, einer Art Regierung, die auch die Volksversammlung vorbereitete, also die Vorarbeiteten erledigte.

Zudem wurden die 6000 Richter ausgelöst.

Bei 40.000 Bürgern und einer Amtszeit von einem Jahr hatten alle Bürger die Möglichkeit irgendwann ein Amt zu übernehmen.

Ab 440 v. Chr. erhielten die Bürger, die in der Politik der Stadt mitarbeiteten Geld für ihre Arbeit. Ab 394 v. Chr. erhielten auch die Teilnehmer der Volksversammlung ein Tagungsgeld.

Das Scherbengericht

ὀστρακισμός / Ostrakismos

In der Volksversammlung war es auch möglich, einen Bürger für zehn Jahre aus der Stadt zu verbannen, der zu viel Macht haben wollte. Da der Name des Betroffenen auf eine Tonscherbe geschrieben wurde, nannte man dieses Verfahren Scherbengericht. Dies fand meist einmal im Jahr statt.

Scherben mit den Namen Perikles, Kimon und Aristeides
(c) Qwqchris / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Aufgabe:
6.) Schreibe die beiden Lückentexte rechtschreiblich korrekt in deinen Hefter ab. Ergänze die fehlenden Wörter mithilfe der Wörter aus den Wortspeichern. Schreibe diese Wörter mit einer anderen Farbe.

Die athenische Demokratie

Die Athener errichteten um die Demokratie. Diese Staatsform heißt übersetzt .
Frauen, Kinder und Sklaven durften Ämter in Athen bekleiden, das war den vorbehalten. Die Männer nahmen als Bürger an der Volksversammlung teil. Dafür mussten sie mindestens Jahre alt sein. Die Volksversammlung traf wichtige Entscheidungen für das Leben in Athen. Dazu trafen sie sich mehrmals im Jahr auf einem Versammlungsplatz. Beschlüsse konnten aber nur gefasst werden, wenn mindestens Bürger anwesend waren. Damit viele Männer zur Volksversammlung kamen, erhielten sie für ihre Teilnahme . Wer zu spät kam, wurde angemalt. Jeder Bürger hatte das Recht, auf der Volksversammlung zu sprechen. Allerdings war die Redezeit zeitlich begrenzt. Mit einer wurde genau darauf geachtet, dass diese nicht überschritten wurde.

Geld – Herrschaft des Volkes – männlichen Bürgern – rot – 18 – keine – 500 v. Chr. – 6000 – Wasseruhr

Das Scherbengericht

Die Volksversammlung konnte mithilfe des Scherbengerichts Bürger aus der Stadt . Damit wollten die Bürger verhindern, dass ein Politiker die absolute in Athen errang. Sie wollten mit dem Scherbengericht ihre sichern.

Demokratie – vertreiben – Macht

Nachdenkaufgabe:
7.) Welche Nachteile/Probleme hat aus deiner Sicht die athenische Demokratie?

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