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Zeitzeugin dankt der Peitzer Schule für jahrelanges Engagement gegen das Vergessen

Mit dem Bus erreichten wir pünktlich um 9.30 Uhr die Prager Burg, den Sitz des tschechischen Präsidenten. Der Besuch des Veitsdoms war der Auftakt unserer Pragvisite. Beim Blick vom Vorplatz der Burg über Prag konnten wir auch die deutsche Botschaft sehen, die im Herbst 1989 internationale Bedeutung erlangte und in deren Garten als Erinnerung ein vergoldeter Trabbi steht. Der anschließende Spaziergang über die Karlsbrücke ins jüdische Viertel stimmte uns auf den Tag in der Großstadt ein. Es folgten die Besuche von vier Synagogen und des alten jüdischen Friedhofs. Damit kann man sich dem jüdischen Leben gedanklich gut nähern.

Das pulsierende Leben am Altstädter Ring und am Wenzelsplatz sowie das Stimmengewirr der internationalen Gäste in Prag beeindruckten uns sehr. Am Nachmittag trafen wir dann Michaela Vidlàkovà. Sie ist 1936 in Prag geboren und wurde mit ihrer gesamten Familie 1942 nach Theresienstadt deportiert. Sie erzählte uns ihre bewegende Geschichte und schilderte dabei drei Episoden, die sie ursächlich hält für das eigene Überleben und das Überleben der Eltern. Alle anderen Familienangehörigen starben in Lagern im Osten. Unsere Fragen beantwortete sie voller Güte und verband damit die Hoffnung, dass auch zukünftig Kinder aus Peitz sich mit dem Holocaust beschäftigen und so gegen das Vergessen auftreten. Wir danken ihr und wünschen ihr alles Gute und eine stabile Gesundheit.

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Besuch des Stadtteils Josefov in Prag und Zeitzeugengespräch

Mit großer Erwartung fuhren wir nach Prag. Der Bus brachte uns zur Prager Burg, dem Sitz des tschechischen Präsidenten. Nach kurzer Besichtigung des Veitsdoms und der Teilnahme an der großen Wachablösung führte uns der Weg durch das „kleine Prag“ über die Karlsbrücke in den Stadtteil Josefov, dem jüdischen Viertel von Prag.

Hier trafen wir mit Frau Dr. Michaela Vidlakova, einer Überlebenden aus Theresienstadt zusammen. Als Sechsjährige kam die Pragerin in das Ghetto. Sie erzählte uns von ihren Erinnerungen an die Zeit, zeigte uns Bilder und ihr Lieblingsspielzeug, welches sie in Theresienstadt stets begleitete. Mit warmen Worten formulierte sie den Wunsch, dass wir diese Zeit der Unmenschlichkeit nicht vergessen dürfen und immer wachsam sein sollen, damit keine Diktatur mehr Menschen so verfolgt und vernichtet.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis besuchten wir im jüdischen Viertel noch mehrere Synagogen und konnten so unser Wissen über die jüdische Religion erweitern. Ein Stadtbummel beendete den Tag im herrlichen Prag. Die vorweihnachtliche Atmosphäre hat uns allen nach diesen erlebnisreichen und interessanten Studientagen gut getan.

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