Monatsarchiv für Februar, 2018

Besuch der Kleinen Festung und jüdischer Friedhof am 28.02.2018 – Mittwoch

Auch Terezin wird von einer Kältewelle fest im Griff gehalten. Wie ganz Nordosteuropa. Deshalb war der heutige Tag eine doppelte Herausforderung für uns. Zum einen klimatisch, also warm anziehen und zum anderen mental. Denn das ehemalige Gefängnis der Prager Gestapo zeigt die übelsten Spielarten von Menschenrechtsverletzungen, die man sich vorstellen kann. Einzelzellen, Dunkelzellen Großraumzellen für 90 Häftlinge, Massenzellen für mehr als 500 Gefangene und die furchtbare Judenzelle. Alles Orte, die man niemanden wünscht je erleben zu müssen. Schlimmste sanitäre Umstände, keine funktionierende Heizung und ständige Schikanen führten zu Krankheiten mit Todesfolge. Die Kleine Festung ist eine Mahnung und Aufforderung zugleich, dass menschenfeindliche Systeme keine Anerkennung oder Duldung erfahren dürfen.

Anschließend gingen wir an die Eger. An den Ort, wo 22.000 Urnen mit der Asche von in Theresienstadt verstorbenen Insassen in den Fluss geschüttet wurden. Hier befindet sich eine kleine Erinnerungsstätte. Nachmittags führte unser Weg zum Jüdischen Friedhof von Theresienstadt. Er trägt heute den Charakter einer Gedenkstätte.

Nach diesen emotionalen Eindrücken arbeiteten wir nachmittags wieder an unseren Exponaten. Mit der Entscheidung für einen „Koffer der Erinnerungen“ haben wir im Kunstunterricht eine gute Vorarbeit geleistet.

Der Tag endete mit einen Workshop mit Kim und Nele zum allgegenwärtigen Antisemitismus.

Museumstag am 27.02.2018 – Dienstag

Zum Tagesauftakt trafen wir uns auf dem Dachboden. Die einzelnen themenbezogenen Projektgruppen stimmten sich kurz ab und besuchten dann getrennt das Ghettomuseum sowie die Ausstellung in der Magdeburger Kaserne. Thematisch nahm die Rolle der Kinder im Ghetto einen großen Teil der Spurensuche ein. So wurde auch eine Zeichnung der Zeitzeugin vom Donnerstag, welches sie als Kind hier zeichnete,  gefunden.

Als zweiten Schwerpunkt wurde das Kultur- und Kunstschaffen betrachtet. Dabei zeigte sich die Vielschichtigkeit und Vielfalt des Schaffens als ein Kraftquell zum Überleben in der Hölle des Ghettos und als alternative Form des Widerstandes. Die meisten Werke sind die einzigen Vermächtnisse der Ermordeten.

Nachmittags begannen wir mit der Herstellung unserer Exponate.

Anreise zum WORKCAMP am 26.02.2018 – Montag

Bei herrlichem Sonnenschein aber eisiger Kälte starteten wir unsere Erkundungsreise nach Tschechien. Mit einem modernen Reisebus legten wir die Anreise nach Terezin in knapp dreieinhalb Stunden zurück. An der Unterkunft, der Magdeburger Kaserne, wurden wir von den Freiwilligen Kim aus Frankfurt/M und Nele aus Münster empfangen und erhielten unsere Zimmerschlüssel. Nach dem Beziehen der Zimmer gab es Mittagessen. Anschließend trafen wir uns auf dem Dachboden, um den Wochenplan zu besprechen.

Erster Punkt unseres Arbeitspensums war die große Stadtführung in zwei Gruppen an alle Orte, die sowohl in der Zeit des Ghettos als auch in unserem Kinderbuch „Die Kinder aus Theresienstadt“ von herausragender Bedeutung waren. Jungen – und Mädchenunterkunft, SS-Kommandantur, Krankenhaus, die Hamburger Kaserne, Gebetsstube und die Zeremonienräume sollen hier nur stellvertretend genannt sein.

Darüber hinaus konnten wir die aktuelle Infrastruktur kennen lernen, um uns in den nächsten Tagen hier vor Ort gut auszukennen.

Der Tag fand seinen Anschluss mit der Reflexionsrunde auf dem Dachboden und ersten Tanzversuchen zu jüdischer Musik und Gesang. Morgen beginnen wir mit der konkreten Spurensuche.

Projektfinanzierung „Theresienstadt und ich“ ist gesichert

Traditionell bearbeiten die Schülerinnen und Schüler im 6. Schuljahr seit 2002/03 das politisch-historische Projekt „Theresienstadt und ich“. Alljährlich wird diese schulische Arbeit durch ein WORKCAMP, organisiert vom Förderverein der Mosaik-Grundschule Peitz e.V., in Terezin (vormals Theresienstadt) und Prag abgeschlossen. In diesem Schuljahr finden die Camps vom 26.02. bis 02.03.2018 und vom 12. bis 16.03.2018 in unserem Nachbarland Tschechien statt. Neben dem üblichen Teilnehmer_innenbetrag und dem Anteil des Fördervereins sind auch immer finanzielle Förderungen notwendig. In diesem Jahr wird das Projekt gegen das Vergessen von der Initiative DEMOKRATIE leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit unterstützt. Die Initiative unterstützt aus Mitteln der Bundesregierung Partnerschaften für Demokratie. So auch im Landkreis Spree-Neiße. Der für die Mittelvergabe zuständige Begleitausschuss beim Landrat hat entschieden, die Workcamps als Projektabschluss mit einer finanziellen Zuwendung in Höhe von 2.854,00 Euro zu fördern. Wir verstehen diese Förderung auch als Wertschätzung und bedanken uns ganz herzlich.

Förderverein der Mosaik-Grundschule Peitz e.V.

Exkursion nach Cottbus – ein Blick in die Berufswelt

Gleich nach den Ferien einen Unterrichtsgang zu machen, das ist doch etwas Tolles. Dieses Glück hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b am 12. Februar 2018. Ihr Unterrichtsgang im Rahmen des WAT-Unterrichts führte (wie auch die Klasse 5a zwei Wochen zuvor) ins Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn nach Cottbus, wo Diesellokomotiven unter anderem aufgearbeitet, repariert und neu lackiert werden.

Dort angekommen, ging es los mit einer interessanten Führung durch die mehrere Fußballfelder große Werkshalle, wo wir verschiedene Züge sahen, alte und neue, mal mit Rädern, mal ohne. Hier wurde gerade viel geschweißt, gehämmert und geschraubt. Überall hörte und sah man die Leute fleißig arbeiten.

Im Anschluss ging es in die Ausbildungswerkstatt, wo schon die Auszubildenden auf uns warteten. Nun durften wir ein kleines Knobelspiel, das aus den Buchstaben D und B bestand, aus einem Draht biegen. Die angehenden Bahnmitarbeiter halfen uns dabei tatkräftig. Nebenbei führten der ein oder andere Gespräche darüber, wie Schule für Fünftklässler ist und die Azubis erzählten, wie ihre Berufsschule so ist.

Zum Schluss konnten wir mit den Auszubildenden auch noch ein richtiges Interview führen. Wir hatten schließlich im WAT-Unterricht am Computer einen Fragebogen mit vielen Fragen erstellt. Dabei haben wir zum Beispiel vieles Interessantes erfahren, dass viele der Auszubildenden gar nichts so viel älter sind als wir oder dass gar nicht alle als früheren Traumberuf „etwas mit Eisenbahnen“ angaben. Alles in Allem war es ein schöner und lehrreicher Ausflug.

Einen ganz herzlichen Dank geht hierbei noch einmal an Frau Hoffmann von der Deutschen Bahn, die da ganze für uns möglich gemacht hat.

S.Kurzhals