Das Treffen mit Dr. Michaela Vidlàkovà in Prag

Am vierten Tag unseres Workcamps in Tschechien besuchten wir die Hauptstadt Prag. In Europa nach Paris, London und Berlin ein absoluter touristischer Hot-Spot. Geschichte und Gegenwart, Architektur und geographische Lage machen die Stadt zu einem internationalen Magneten. Unser Schwerpunkt lag auf dem Besuch des Stadtteiles Josefov, dem jüdischen Viertel mit dem Jüdischen Museum zu Prag. Der geführte Streifzug durch die Synagogen, über den alten jüdischen Friedhof führte uns zum jüdischen Kulturzentrum. Hier trafen wir Michaela Vidlàkovà. Sie wurde als sechsjähriges Mädchen mit ihrer Familie nach Theresienstadt deportiert. Nach einer geschichtlichen Einbettung schilderte sie uns das Leben im Ghetto und auch die glücklichen Umstände, die aus ihrer Sicht dazu geführt haben, dass sie und ihre Eltern nicht auf die Transporte nach Osten mussten, sondern im Mai 1945 als Überlebende von der Roten Armee befreit wurden. Dabei wurde auch deutlich, wie furchtbar der Verlust der Großeltern war, die aus Theresienstadt in die Vernichtungslager kamen.

Mit ihren abschließenden Worten „Bruder Mensch“ appellierte sie Erhaltung der Werte Menschlichkeit und Solidarität für jeden Menschen. Der Abschied war von vielen herzlichen Umarmungen geprägt. Frau Dr. Michaela Vidlàkovà wird in diesem Jahr 80 Jahre alt.

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